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Ein Höhepunkt zum Abschluss

Die 13. Generalversammlung anschliessend: Conrad Steinmann, Giovanni Cantarini, Paul Reichlin: Antike griechische Musik mit rekonstruierten antiken Instrumenten, Vortrag mit Musik. Die sonore Stimme von Giovanni Cantarini begleitet von den Klängen der Doppelflöte von Conrad Steinmann erfüllte den stimmungsvollen Saal des Museums Kleines Klingental und zog das Publikum sogleich in ihren Bann. Die beiden Künstler trugen einen Ausschnitt aus einer olympischen Ode des griechischen Dichters Pindar vor.

Conrad Steinmann erläuterte im Anschluss daran, was alles hinter dieser Musik steckt. Sie ist die Frucht langjähriger interdisziplinärer Forschungsarbeit, welche er zusammen mit dem Instrumentenbauer Paul Reichlin vorangetrieben hat. Die beiden haben die spärlichen archäologischen Zeugnisse der griechischen und ägyptischen Zeit sorgfältig ausgewertet; sie haben die zahlreichen Bilddarstellungen analysiert und verglichen; sie haben die Rhythmik der griechischen Sprache auf ihre Bedeutung für die griechische Musik hin untersucht. Ferner haben sie die Spiel- und Singweise zeitgenössischer traditioneller Musikerinnen und Musiker erforscht und dieses ganze Wissen mit den Materialkenntnissen und dem technischen Wissen des Instrumentenbaus verbunden. Die so entstandene Musik ist keine antike Musik – diese ist leider für immer verloren; sie ist Musik, die so klingt, wie antike Musik geklungen haben könnte. Dass die Forscher auf dem richtigen Weg sind, zeigte ein Erlebnis, welches sie in Ägypten hatten. Conrad Steinmann spielte auf der Rekonstruktion einer antiken ägyptischen Doppelflöte zusammen mit einem äthiopischen Musiker, welcher eine traditionelle Doppelflöte blies. Und siehe da, die beiden Instrumente klangen genau gleich. Damit wurde eine 3500-jährige musikalische Kontinuität hörbar.

Paul Reichlin stellte die wichtigsten Instrumente der klassischen griechischen Periode (5. Jh. v.C.) vor, während Conrad Steinmann Kostproben auf Rekontruktionen gab. Der Höhepunkt war ganz bestimmt das Lied, welches Giovanni Cantarini zuerst Solo auf einer nach antiken Bilddarstellungen rekonstruierten Kithara vortrug, wobei er im 2. Teil von Conrad Steinmann auf der Doppelflöte begleitet wurde. Hier schlug das Herz der Freunde antiker Dichtung höher; erhielten sie doch einen Eindruck davon, wie diese Dichtung mit der so schmerzlich vermissten Musik geklungen haben könnte.

Nach 90 faszinierenden Minuten gab es einen grossen Applaus für diese eindrucksvollen Darbietungen. Und beim traditionellen Apéro waren die drei Referenten konstant belagert von interessierten Mitgliedern, welche noch mehr über dieses spannende Thema erfahren wollten. Ein würdiger Abschluss eines tollen Vereinsjahres.

 

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