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Solche Schätze, so nah!

Wir Freundinnen und Freunde der griechischen Kultur ziehen regelmässig nach Griechenland, wo wir von den wunderbaren Zeugnissen der griechischen Kultur überwältigt werden. Wer am 1. Juni 2007 in der Skulpturhalle seinen Blick durch die überaus interessanten und zuweilen auch humorvollen Worte von Prof. Dr. Peter Blome lenken liess, dem wurden die Augen im wahrsten Sinn des Wortes geöffnet: Griechenland ist hier! In Basel! In Gestalt von ausserordentlichen Kunsterzeugnissen, welche im Antikenmuseum tagtäglich bestaunt werden können.

Selbstverständlich haben wir immer gewusst, dass es das Antikenmuseum gibt, selbstverständlich haben wir die grossen Ausstellungen der letzten Jahre besucht, aber dass die ständige Sammlung eine wahre Schatzkammer ist, dies hat uns Peter Blome, seines Zeichens Direktor des Antikenmuseums, eindrucksvoll gezeigt. An dieser Stelle sollen nur wenige Kostbarkeiten erwähnt werden: Zum Thema Totenklage erläuterte Peter Blome die grosse geometrische Grabamphore aus Athen (ca. 750 v.C.). Anhand der darauf abgebildeten Totenklage zeigte Peter Blome auf, wie die europäische figürliche Malerei ihren Anfang genommen hat. Die Vase wurde in einer Zeit bemalt, als die Griechen von den Phöniziern die Alphabetschrift übernahmen, die ersten literarischen Werke entstanden und weite Gebiete des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres kolonisiert wurden.

Beim Thema Mythologie zeigte der Referent zwei Darstellungen des Ajas, welcher sich aus Scham über seine Untat in sein Schwert stürzt. Anhand der beigefügten Namen auf der korinthischen Schale aus der Zeit um 580 v. C. wurde deutlich, dass sich die Schrift- und Lesekunde schon nach 150 Jahren weit ausgebreitet hatte. Bei der athenischen Lekythos aus dem Jahre 460 v. C. zeigt sich das neue Kunstkonzept der klassischen Epoche: Wurde auf der älteren korinthischen Schale der sterbende Held, in dessen Körper noch ein letzter Rest Spannung ist, dargestellt, zeigt die klassische Lekythos Ajas im dramatisch entscheidenden Augenblick: unmittelbar bevor er sich ins Schwert stürzt. Verszitate aus der Tragödie des Sophokles machten deutlich, wie nahe sich die verschiedenen Kunstgattungen standen.

Durch die fachkundigen Erläuterungen verschiedener Vasenbilder zum Thema Opfer und Ritual erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer, wie die Opferrituale vollzogen wurden und welche uralten Vorstellungen damit verbunden sind. Den Schluss bildeten einige Vasenbilder aus dem Bereich des Gastmahls, griechisch Symposion, die das muntere Treiben im Reich des Dionysos veranschaulichten. Auch hier gelang es Petern Blome, die Blicke der Zuhörer/innen für interessante Details zu schärfen, wie zum Beispiel das lustige Kottabos-Spiel (ein Weinschleuder-Geschicklichkeitsspiel) oder den akrobatischen Balanceakt eines tanzenden Satyrn. Doch genug. Wer mehr erfahren möchte: Das Antikenmuseum ist so nah!

Nach einem verdienten langen und herzlichen Applaus für den Referenten wandten sich die zahlreich erschienenen Mitglieder den realen dionysischen Genüssen zu, welche in unserem Verein traditionell serviert werden. Herzlichen Dank, Peter Blome, für diesen würdigen Abschluss eines weiteren schönen Vereinsjahres.

 

Prof. Dr. Peter Blome, Antikenmuseum 1 Prof. Dr. Peter Blome, Antikenmuseum 2 Prof. Dr. Peter Blome, Antikenmuseum 3 Prof. Dr. Peter Blome, Antikenmuseum 4 Prof. Dr. Peter Blome, Antikenmuseum 5