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Zyperns grossartige Mosaikkunst
Nach der ordentlichen Generalversammlung entführte Professor Dimitris Michailidis von der Universität Zypern, unterstützt durch die gekonnte Übersetzung von Professor Karl Reber, die Mitglieder nach Zypern. In seinem ausgezeichneten Vortrag gelang es Professor Michailidis, ein repräsentatives Bild der zypriotischen Mosaikkunst zu zeichnen. Für die Zuhörer/innen waren die Ausführungen und die zahlreichen Bilder um so interessanter und beeindruckender, als in den letzten vierzig Jahren zahlreiche Mosaike entdeckt und erforscht wurden (unter anderen von Professor Michailidis). So konnte das Publikum zahlreiche Mosaike bestaunen, die der Laie sonst nicht zu Gesichte bekommt. Zusammen mit den Ausführungen von Professor Michailidis ergab sich so eine gelungene Zusammenstellung des neusten Forschungsstandes auf diesem Gebiet.
Professor Michailidis zeigte zuerst an einigen Beispielen, dass sich die zypriotische Mosaikkunst in ihren Anfängen am Ende des 4. Jahrhunderts stark an die makedonische anlehnte. Der Grund liegt darin, dass Zypern unter politischem und kulturellem Einfluss der mazedonsichen Diadochenreiche stand. Im 3. und 2. Jahrhundert v. C. öffnete sich Zypern stärker dem nahöstlichen Kulturraum. Da die Römer nach der Eroberung des östlichen Mittelmeerraumes im 1. und 2. Jahrhundert v. C. kulturell und religiös wenig Einfluss auf die neuen Provinzen ausübten, verbrachte Zypern eine ruhige Phase kultureller Entfaltung.
Im 2. Jahrhundert nach Christus treten dann vermehrt figürliche Mosaike auf. Neben dem berühmten Orpheus-Mosaik aus Paphos zeigte Professor Michailidis ein neu gefundenes Mosaik einer sich waschenden Aphrodite mit einer – was selten vorkommt – sprechenden Inschrift. Es ist hier nicht der Raum, auf alle Mosaiken einzugehen. Professor Michailidis erläuterte überzeugend, dass die Mosaikrahmen wichtige Hinweise für die Differenzierung unterschiedlicher Werkstätten liefern können. Erwähnt seien noch die Mosaike der letzten Phase (6. Jahrhundert), welche unter dem Einfluss von Konstantinopel in der sogenannten opus sectile Technik ausgeführt wurden. Die gezeigten Beispiele beeindruckten durch ihre unerhört wirkungsvollen geometrischen Muster. Sie bilden den letzten Höhepunkt einer fast tausendjährigen Tradition, ehe die Mosaikherstellung durch die Invasion fremder Völker beendet wurde.
Den beiden Professoren gebührt ein grosser Dank für ihre beeindruckenden Beiträge.
Im Anschluss an den Vortrag erwarteten die Anwesenden leckere griechische Köstlichkeiten aus der Küche des neuen griechischen Restaurants in Basel. Es heisst Arktos und befindet sich an der Reinacherstrasse 66.